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9 · Bedienung am Gerät

Das Webinterface ist zum Einrichten da – im Alltag bedienst du deinen ESPuino aber am Gerät selbst: mit Karten, Tasten, dem Drehregler und mit einem Blick auf den LED-Ring. Dieses Kapitel erklärt, wie diese Bedienelemente zusammenspielen und wie du die vielen Zustände deuten kannst, die dir der ESPuino über die Neopixel mitteilt.

Betriebsmodi

ESPuino kennt drei grundsätzliche Betriebsmodi. Im Normalmodus spielt er wie gewohnt Inhalte von der SD-Karte. Im Modus Bluetooth-Quelle sendet er den Ton an ein Bluetooth-Gerät, etwa an einen Kopfhörer. Und als Bluetooth-Senke wird ESPuino selbst zum Lautsprecher, auf den du zum Beispiel vom Handy streamst. Zwischen den Modi wechselst du über Modifikationskarten oder das Webinterface.

Bluetooth und WLAN

Bluetooth und WLAN laufen bei ESPuino parallel. Sei dir aber bewusst, dass der Speicher dabei knapp wird und dieser Parallelbetrieb wenig getestet ist.

Abspielmodi

Der Abspielmodus einer Karte entscheidet, wie ihr Inhalt läuft: ob ein einzelner Titel, ein ganzer Ordner sortiert oder zufällig, ein Hörbuch mit gemerkter Position und so weiter. Weil die Modi eng mit der Kartenzuweisung zusammenhängen, sind sie dort ausführlich mit Symbol und Beschreibung aufgelistet: Webinterface → Abspielmodi. Die technischen IDs stehen im Anhang.

Rekursive Modi und das Springen zwischen Ordnern

Eine besondere Erwähnung verdienen die rekursiven Abspielmodi. Sie beziehen nicht nur den gewählten Ordner ein, sondern auch dessen Unterordner – sortiert, zufällig oder als Hörbuch mit Positionsspeicherung. Wie tief ESPuino dabei in die Ordnerstruktur hineinschaut, bestimmt die Rekursionstiefe (0 bis 4, Standard 2; einstellbar im Tab Allgemein → Wiedergabe).

Nur in diesen rekursiven Modi funktioniert außerdem das Ordnerspringen: Die Aktion „nächster Ordner" springt zum ersten Titel des nächsten Ordners, „voriger Ordner" entsprechend zurück – jeweils entlang der alphabetischen Reihenfolge. Beide Aktionen kannst du im Webinterface auf Taster legen.

Beim rekursiven Hörbuch aufpassen

Im rekursiven Hörbuch-Modus wird die Playlist bei jedem Laden neu erzeugt. Kommen nachträglich neue Ordner hinzu, kann sich die gemerkte Position dadurch verschieben.

Modifikationskarten

Nicht jede Karte muss Inhalte starten – eine Karte kann auch eine Funktion auslösen, etwa einen Schlaftimer setzen, die Tasten sperren oder das Licht umschalten. Diese „Modifikationskarten" sind ein mächtiges Werkzeug, gerade für den Alltag mit Kindern. Den vollständigen Katalog findest du beim Kartenanlernen im Webinterface; die technischen IDs listet der Anhang.

Tasten und Tastenkombinationen

Die folgende Belegung ist der Auslieferungszustand – im Webinterface (Stichwort „dynamisches Button-Layout") kannst du sie komplett anpassen. Auf der Complete sind die Tasten physisch so zugeordnet: Button 0 ist Next, Button 1 ist Previous, Button 2 ist Play/Pause, Button 3 der Taster im Drehencoder, und Button 4 und 5 sind optionale, frei belegbare Tasten. Diese Nummern sind fest und lassen sich nicht ändern; sie spielen aber ohnehin nur für Programmierer eine Rolle.

Ein kurzer und ein langer Druck lösen jeweils unterschiedliche Aktionen aus:

Taste Kurzer Druck Langer Druck
0 · Next Nächster Titel Letzter Titel
1 · Previous Voriger Titel Erster Titel
2 · Play/Pause Play/Pause Play/Pause
3 · Encoder-Taster Batteriespannung messen Deep-Sleep
4 (optional) Sprung zurück (n Sekunden) Lautstärke +
5 (optional) Sprung vor (n Sekunden) Lautstärke −

Wie weit die beiden Sprung-Tasten springen, legst du selbst fest: Ab Werk sind es 30 Sekunden je Tastendruck, änderbar im Webinterface (Kapitel 8 → Drehencoder & Taster).

Dazu kommt eine besonders praktische Geste: einen Button halten und gleichzeitig am Drehregler drehen. Solange du die Taste hältst, führt das Drehen deren Sonderaktion aus. Standardmäßig steuert das Halten von Next ein Vor- und Zurückspulen im Titel, das Halten von Play/Pause die LED-Helligkeit.

Fürs Spulen per Drehregler gibt es dabei zwei Varianten, zwischen denen du dich entscheidest – zugewiesen wird das im Webinterface (Kapitel 8 → Drehencoder & Taster):

Variante Was passiert Ab Werk
Direktes Spulen Jede Rasterung springt sofort um eine feste Zeit vor oder zurück – ohne Anzeige, ohne Wartezeit. ✔ auf Next gelegt
Positionsvorschau Die Wiedergabe läuft zunächst weiter, nur ein Cursor wandert zum Ziel; gesprungen wird erst am Ende. – musst du selbst zuweisen

Die Positionsvorschau ist die komfortablere der beiden, du musst sie aber bewusst zuweisen. Ist sie aktiv, färbt sich der LED-Ring gelb, sobald du die Taste gedrückt hältst – noch bevor du überhaupt drehst. Beim Drehen wandert dann eine blaue Markierung (der Cursor) an die Stelle, zu der gesprungen würde (hast du nur eine einzelne LED, leuchtet sie währenddessen einfach blau). Erst wenn du die Taste loslässt oder eine Weile nicht mehr drehst – standardmäßig rund zwei Sekunden –, springt die Wiedergabe dorthin. So triffst du eine Stelle genau, statt dich blind vor- und zurückzutasten.

Beim direkten Spulen passiert nichts dergleichen: Die LEDs zeigen weiterhin nur den normalen Fortschritt, und jede Rasterung springt unmittelbar. Das ist gröber – eine schnelle Drehung sind viele Rasterungen auf einmal –, funktioniert dafür aber auch auf einem ESPuino ganz ohne Neopixel, wo eine Vorschau nichts anzuzeigen hätte.

Und schließlich lassen sich Aktionen auf gleichzeitig gedrückte Tastenpaare legen. Ab Werk starten Next und Play/Pause zusammen den FTP-Server, Previous und Play/Pause lassen die IP-Adresse ansagen.

WLAN-Umschalten ist bewusst deaktiviert

Die Kombination Next + Previous würde WLAN umschalten – sie ist ab Werk aber abgeschaltet, damit Kinder das WLAN nicht versehentlich lahmlegen.

Der Drehencoder

Der Drehregler steuert im Normalfall die Lautstärke: nach rechts lauter, nach links leiser. Ist das bei dir vertauscht, musst du nichts umlöten – du kehrst die Drehrichtung einfach im Webinterface um. Neben dem reinen Drehen kann der Encoder aber mehr: die schon erwähnte „halten und drehen"-Geste, mit der sich unter anderem im laufenden Titel spulen lässt – wahlweise direkt oder über die oben beschriebene Positionsvorschau.

Die Neopixel als Anzeige lesen

Der LED-Ring ist ESPuinos Sprache – er teilt dir mit einem Blick mit, was gerade passiert. Die Anzahl der LEDs, der Farbverlauf und die Laufrichtung lassen sich im Webinterface einstellen; die folgenden Farben sind die Standardwerte.

Beim Booten

Situation LED-Anzeige
Bootvorgang Die halbe LED-Zahl kreist in Orange. Danach folgt der Leerlauf – oder rotes Blinken bei einem SD-Problem.

Im Status / Leerlauf

Situation LED-Anzeige
WLAN verbunden Vier langsam kreisende LEDs in Weiß.
Keine Verbindung Vier langsam kreisende LEDs in Grün.
WLAN wird gesucht Vier langsam kreisende LEDs in Orange.
Bluetooth aktiv Vier kreisende LEDs in Blau.
Playlist wird erstellt Vier LEDs drehen schnell in Violett.
Aktion akzeptiert Kurzes grünes Aufblinken aller LEDs.
Aktion abgelehnt Kurzes rotes Aufblinken aller LEDs.
Ausschalten (Taste halten) Ein roter Kreis wächst, solange du die Taste hältst.
Tasten gesperrt Die Fortschritts-LEDs färben sich rot.

Die kreisenden Verbindungs-LEDs (weiß/grün/orange/blau) siehst du nur im Leerlauf, also wenn ESPuino gerade nichts abspielt. Sobald Wiedergabe läuft, zeigt der Ring stattdessen den Titelfortschritt (siehe unten).

Während der Wiedergabe

Situation LED-Anzeige
Titelfortschritt Farbverlauf (standardmäßig grün→rot) als Zahl leuchtender LEDs.
Playlist-Fortschritt Kurz zu Titelbeginn fächern blaue LEDs auf.
Webstream Zwei sehr langsam kreisende LEDs in wechselnden Regenbogenfarben.
Pause Vier orange LEDs.
Lautstärke ändern Grün→roter Balken.
IP-Ansage Rotierende gelbe LEDs.

Bei Batteriemessung & Datenübertragung

Situation LED-Anzeige
Unterspannung Dreimal kurzes rotes Blinken.
Ladezustand abfragen Kurzer Druck auf den Encoder-Taster zeigt ihn als LED-Balken.
Download / Firmware-Update Der Fortschritt läuft in Blau.

Mehr dazu im Forum #86.

Kopfhörer und Lautstärke-Profile

ESPuino kann erkennen, ob ein Kopfhörer eingesteckt ist, und dafür ein eigenes Lautstärke-Maximum verwenden – praktisch, weil Kopfhörer bei gleicher Einstellung deutlich lauter wirken als ein Lautsprecher.

Empfehlung für Kopfhörer

Für den Kopfhörerbetrieb ist die kabelgebundene Kopfhörerplatine der zuverlässige Weg und im Zweifel die Empfehlung. Bluetooth-Kopfhörer (über den Modus Bluetooth-Quelle) funktionieren zwar, sind aber weniger zuverlässig – es wurden vereinzelt Fehler berichtet.