8 · Das Webinterface¶
Das Webinterface ist die Schaltzentrale deines ESPuino. Praktisch alles, was sich einstellen lässt, stellst du hier ein – von den Kartenzuweisungen über das WLAN bis zum Firmware-Update –, und ebenso steuerst du hier die laufende Wiedergabe. Dieses Kapitel führt dich einmal durch alle Bereiche. Du musst nicht alles auf einmal verstehen; sieh es als Nachschlagewerk, in dem du gezielt den Tab findest, den du gerade brauchst.
Erreichbar ist das Webinterface im Browser – am bequemsten über den Hostnamen (http://espuino.local
bei aktivem mDNS), sonst über die IP-Adresse. Wie du das erste Mal dorthin kommst, ist in
Kapitel 7 · Erststart beschrieben.
Was überall gilt¶
Ein paar Elemente begegnen dir auf jeder Seite, deshalb vorab:
- Oben rechts pulsiert ein Herz-Symbol – die Verbindungsanzeige, im Forum „Heartbeat" genannt (#4583). Es überwacht die Verbindung zwischen deinem Webbrowser und dem ESPuino: Die geöffnete Seite schickt alle drei Sekunden eine kleine Anfrage an das Gerät; kommt eine Antwort zurück, pulsiert das Herz grün, bleibt sie aus, wird es rot. So siehst du jederzeit, ob die Seite noch mit deinem ESPuino in Kontakt steht.
- Neben vielen Eingabefeldern sitzt ein Fragezeichen. Ein Klick darauf öffnet einen kurzen Hilfetext – wenn du also mal nicht weißt, was eine Einstellung bewirkt, ist die Antwort meist nur einen Klick entfernt.
- Über das Stapel-Symbol ganz oben rechts erreichst du ein Menü mit Sprachauswahl (Deutsch, Englisch, Französisch), dem Dunkelmodus, den Informationen (Firmware-Stand, Speicher, Batterie), dem Log (die Konsolenausgabe direkt im Browser) sowie Neustart und Ausschalten.
- Gespeichert wird immer pro Bereich, über den jeweiligen Button. Die Beschriftung sagt dir dabei genau, was gespeichert wird.
Tab Steuerung¶
Der Tab Steuerung ist die Fernbedienung im Browser. Hier siehst du – sofern der Titel oder Webstream eines mitliefert – das Cover und die Infos zum laufenden Titel und bedienst die Wiedergabe mit den gewohnten Transport-Tasten (erster Titel, voriger, Play/Pause, nächster, letzter). Der Lautstärke-Slider wirkt sofort, und über das Equalizer-Symbol öffnest du drei Regler für Bass, Mitten und Höhen.
Zwei Kleinigkeiten sind besonders nützlich: Der Fortschrittsbalken ist anklickbar – ein Klick springt direkt an die gewählte Stelle im Titel. Und über Modifikation ausführen löst du jede Modifikation (Schlaftimer, Wiederholung, Tastensperre …) direkt aus, ganz ohne eine Karte aufzulegen.
Tab RFID¶
Dieser Tab ist das Herzstück, denn hier verknüpfst du Karten mit Inhalten. Er besteht aus zwei untereinander angeordneten Bereichen: dem Dateibrowser und der eigentlichen Zuweisung.
Der Dateibrowser¶
Der Dateibrowser zeigt den Inhalt der SD-Karte. Über das Suchfeld filterst du, per Upload bringst du einzelne Dateien oder ganze Verzeichnisse (samt Unterordnern) auf den ESPuino, und ein Rechtsklick (am Handy: langes Antippen) auf einen Eintrag öffnet ein Kontextmenü zum Anlegen, Abspielen, Aktualisieren, Umbenennen, Löschen und Herunterladen.
Eine Karte zuweisen¶
Im Bereich darunter weist du einer Karte einen Inhalt zu, in vier Schritten:
- RFID-Chip-Nummer: Legst du eine Karte auf, wird die Nummer automatisch eingetragen. Du kannst sie auch von Hand eingeben oder eine virtuelle Karte verwenden.
- Im Reiter Musik wählst du im Dateibrowser eine Datei oder einen Ordner und legst den
Abspielmodus fest (siehe Tabelle). Wählst du Webradio, wird das Pfad-Feld bequem mit
http://vorbelegt. - Im Reiter Modifikation weist du der Karte stattdessen eine Aktion zu.
- Speichern – fertig.
Die Abspielmodi¶
Die folgende Tabelle listet die Modi in der Reihenfolge, in der sie im Dropdown erscheinen. Die technischen IDs dazu stehen im Anhang.
| Modus | Bedeutung |
|---|---|
| 🎵 Einzelner Titel | Genau eine Datei, einmal. |
| 🎵🔁 Einzelner Titel (Endlosschleife) | Eine Datei dauerhaft wiederholen. |
| 🎲💤 Zufälliger Titel eines Ordners, danach schlafen | Ein zufälliger Titel, danach Deep Sleep – die ideale Einschlaf-Karte. |
| 📖 Hörbuch | Titel eines Ordners sortiert – oder auch nur eine einzelne Datei; die letzte Position wird gemerkt. |
| 📚 Hörbuch rekursiv | Wie Hörbuch, inklusive Unterordner; Position wird gemerkt. |
| 📖🔁 Hörbuch (Endlosschleife) | Hörbuch, beginnt nach dem letzten Titel wieder von vorn. |
| 📁 Alle Titel (sortiert) | Ordner sortiert, ohne Positionsspeicherung. |
| 🌳 Alle Titel + Unterordner (rekursiv, sortiert) | Wie oben, inklusive Unterordner, ohne Positionsspeicherung. |
| 📁🔀 Alle Titel (zufällig) | Ordner in zufälliger Reihenfolge. |
| 🌳🔀 Alle Titel + Unterordner (rekursiv, zufällig) | Zufällig über Ordner und Unterordner. |
| 📁🔁 Alle Titel (sortiert, Endlosschleife) | Sortiert, endlos. |
| 📁🔀🔁 Alle Titel (zufällig, Endlosschleife) | Zufällig, endlos. |
| 🎲📁 Zufälliger Unterordner (sortiert) | Ein zufälliger Unterordner, sortiert. |
| 🎲📁🔀 Zufälliger Unterordner (zufällig) | Ein zufälliger Unterordner, zufällig. |
| 📻 Webradio | Eine Stream-URL statt einer Datei. |
| 📃 Liste (.m3u) | Die Einträge einer lokalen .m3u – Dateien und Webstreams gemischt. |
| 🌐 MediaHub | Inhalt und Abspielmodus kommen vom gewählten MediaHub-Server. |
Modifikationskarten – alle Optionen¶
Statt Musik lässt sich einer Karte eine Aktion zuordnen. Denselben Katalog findest du übrigens im Tab Steuerung unter „Modifikation ausführen", wo du die Aktion direkt und ohne Karte auslöst. Die technischen IDs stehen im Anhang.
Sperren & Schlafen
| Aktion | Wirkung |
|---|---|
| 🔒 Tastensperre | Sperrt Tasten und Drehencoder am Gerät, damit versehentliches Drücken nichts auslöst. |
| 💤 Schlafe sofort | Versetzt ESPuino umgehend in den Deep-Sleep. |
| 💤 Schlafen nach 15 min / 30 min / 1 h / 2 h | Startet einen Schlaftimer; nach der gewählten Zeit schaltet ESPuino ab. |
| 💤 Schlafen nach Ende des Titels | ESPuino schläft ein, sobald der laufende Titel zu Ende ist. |
| 💤 Schlafen nach Ende der Playlist | ESPuino schläft ein, wenn die aktuelle Playlist durchgelaufen ist. |
Bei allen Schlaf-Modi dimmt ESPuino die LEDs – so erkennst du auf einen Blick, dass ein Schlaftimer aktiv ist.
Wiederholung
| Aktion | Wirkung |
|---|---|
| 🔁 Playlist endlos | Wiederholt die gesamte Playlist endlos. |
| 🔂 Titel endlos | Wiederholt den aktuellen Titel endlos. |
Licht, Funk & Dienste
| Aktion | Wirkung |
|---|---|
| 🌙 LEDs dimmen (Nachtmodus) | Dimmt die Neopixel dauerhaft – angenehm etwa im abgedunkelten Kinderzimmer. |
| 📶 WLAN an/aus | Schaltet das WLAN ein oder aus (aus spart Strom und erlaubt reinen Offline-Betrieb). |
| 💡 Ambient Light | Schaltet eine dauerhafte Stimmungsbeleuchtung der LEDs um. |
| 📁 FTP aktivieren | Startet den FTP-Dienst (bis zum nächsten Neustart). |
| 🔊 BT-Lautsprecher | Schaltet ESPuino in den Bluetooth-Lautsprecher-Modus (BT-Senke): Er empfängt Audio von einem gekoppelten Gerät, z. B. dem Handy, und gibt es aus. |
| 🎧 BT-Kopfhörer | Schaltet ESPuino in den Bluetooth-Kopfhörer-Modus (BT-Quelle): Er sendet seinen Ton an einen gekoppelten Bluetooth-Kopfhörer oder -Lautsprecher. |
| 🔀 Modus wechseln | Schaltet der Reihe nach durch die Betriebsmodi (Normal ↔ Bluetooth). |
Die drei Bluetooth-Aktionen sind nur bei einer Firmware mit Bluetooth-Unterstützung verfügbar.
Mit „WLAN an/aus" kannst du dich aussperren
Schaltest du das WLAN ab, ist damit auch das Webinterface weg – und genau dort würdest du es normalerweise wieder einschalten. Zurück kommst du dann nur über denselben Weg, über den du es ausgeschaltet hast: die Modifikationskarte (bzw. eine Tastenkombination oder einen Taster, dem du diese Aktion zugewiesen hast). Bewahre die Karte also gut auf, bevor du das WLAN abschaltest.
Ansagen
| Aktion | Wirkung |
|---|---|
| 🌐 IP-Adresse ansagen | Sagt die aktuelle IP-Adresse per Sprachausgabe an – praktisch, um die Adresse fürs Webinterface herauszufinden. |
| 🕒 Uhrzeit ansagen | Sagt die aktuelle Uhrzeit an. |
Wiedergabesteuerung als Karte
| Aktion | Wirkung |
|---|---|
| ⏯ Play/Pause | Pausiert die Wiedergabe oder setzt sie fort. |
| ⏮ / ⏭ Titel zurück / vor | Springt zum vorherigen bzw. nächsten Titel. |
| ⏪ / ⏩ erster / letzter Titel | Springt zum ersten bzw. letzten Titel der Playlist. |
| 📁 Ordner vor / zurück | Springt einen Ordner vor oder zurück (nur in rekursiven Modi). |
| » / « Sekunden vor / zurück | Spult einige Sekunden vor bzw. zurück. |
Virtuelle Karten & Sonstiges
| Aktion | Wirkung |
|---|---|
| 🏷 Virtuelle Karte 01–10 | Verweist auf eine von zehn virtuellen Karten – Zuordnungen, die sich ohne physische Karte auslösen lassen (etwa per Tastenkombination oder MQTT). |
| 🗑 Zuordnung löschen | Weist du diese Aktion einer Karte zu, wird beim nächsten Auflegen die bestehende Zuordnung dieser Karte entfernt. |
Tab WLAN¶
Hier verwaltest du alles rund um die Netzwerkverbindung. Unter WLAN-Einstellungen legst du fest, ob ESPuino beim Start das stärkste von mehreren bekannten Netzen wählt, wie der Hostname lautet und – für den Einrichtungsfall – wie der Access-Point heißt, ob er ein Passwort hat und wann er sich automatisch schließt. Unter Netzwerke hinterlegst du deine WLANs; es lassen sich mehrere speichern, was praktisch ist, wenn ESPuino auch mal mit zu den Großeltern reist. Optional kannst du pro Netzwerk eine statische IP setzen. Die gespeicherten Netzwerke schließlich listet alle hinterlegten WLANs auf; das gerade verbundene ist hervorgehoben, und über das Mülleimer-Symbol löschst du Einträge.
Access-Point-Timeout: bitte nicht auf 0 lassen
Kurz zum Hintergrund: Den Einrichtungs-Access-Point spannt ESPuino nur dann auf, wenn er sich in kein bekanntes WLAN einloggen konnte – er ist also ein Notnagel für die Ersteinrichtung. Dieser AP ist standardmäßig ungeschützt, und solange er offen ist, kann sich jeder damit verbinden und im Webinterface beliebige Dinge anstellen. Ist er nur kurz offen, ist das vertretbar. Ein Timeout von 0 bedeutet aber, dass ESPuino den AP nie von selbst schließt – und damit hast du ein dauerhaftes Sicherheitsproblem. Lass den Wert deshalb nicht auf 0 stehen (oder vergib zumindest ein AP-Passwort).
Statische IP nur mit Bedacht
Eine statische IP solltest du nur setzen, wenn du weißt, was du tust. Passt die Konfiguration nicht zu deinem Netz, ist ESPuino unter Umständen nicht mehr erreichbar.
Tab MQTT¶
MQTT-Unterstützung ist standardmäßig einkompiliert, dieser Tab also normalerweise vorhanden – er fehlt nur, wenn die Firmware bewusst ohne MQTT gebaut wurde.
Hier bindest du ESPuino an deinen MQTT-Broker an, etwa für Home Assistant,
ioBroker oder openHAB. Du
aktivierst MQTT und trägst ClientId, ein optionales Basis-Topic, die Geräte-ID, den Server, optional
Benutzername und Passwort sowie den Port ein. In ClientId und Geräte-ID darfst du den Platzhalter
<MAC> verwenden – er wird automatisch durch die MAC-Adresse ersetzt, was bei mehreren ESPuinos
Gold wert ist. Praktischerweise siehst du unterhalb der Felder eine Live-Vorschau der Topics, die
sich aus deinen Eingaben ergeben. Welche Topics es gibt, steht im
Anhang.
Neustart nötig
Änderungen an den MQTT-Einstellungen greifen erst nach einem Neustart – das Interface bietet ihn nach dem Speichern gleich an.
Tab FTP¶
FTP-Unterstützung ist standardmäßig einkompiliert, dieser Tab also normalerweise vorhanden – er fehlt nur, wenn die Firmware bewusst ohne FTP gebaut wurde.
Hier legst du Benutzernamen und Passwort für den FTP-Zugang fest. Aus Speichergründen läuft der FTP-Server nicht dauerhaft mit: Du startest ihn bei Bedarf über den Button FTP-Server starten (oder am Gerät über eine Tastenkombination), und nach dem nächsten Neustart ist er wieder aus.
Für große Datenmengen
Für große Mengen ist inzwischen der Web-Upload die bessere Wahl – er wurde optimiert und ist heute schneller als FTP (das kaum noch jemand nutzt).
Tab Bluetooth¶
Nur sichtbar, wenn die Firmware mit Bluetooth-Unterstützung gebaut wurde.
ESPuino kann Bluetooth in zwei Richtungen. Im Modus Bluetooth-Kopfhörer sendet ESPuino den Ton an ein Bluetooth-Gerät – du trägst den Namen deines Kopfhörers ein oder, noch einfacher, klickst auf Geräte suchen und übernimmst dein Gerät aus der Trefferliste (bei Bedarf gibt es ein Feld für den PIN-Code). Im Modus Bluetooth-Lautsprecher wird ESPuino umgekehrt selbst zur Box, auf die du vom Handy streamst. Im Bluetooth-Modus zeigt der Tab einen Button, um wieder in den Normal-Modus zu wechseln; alternativ genügt es, eine unbekannte RFID-Karte aufzulegen.
Bluetooth und WLAN
Bluetooth und WLAN laufen parallel. Der Parallelbetrieb ist allerdings speicherknapp und ungetestet – mehr dazu in Kapitel 9 → Betriebsmodi.
Tab Allgemein¶
Die allgemeinen Einstellungen sind optisch in fünf Unterkladden aufgeteilt (Wiedergabe, RFID-Reader, Drehencoder & Taster, LED, Energie). Jede hat zwar ihren eigenen Speichern- und Reset-Button, aber lass dich davon nicht täuschen: Alle fünf gehören zu einem gemeinsamen Formular. Ein Klick auf Speichern sichert deshalb alle allgemeinen Einstellungen auf einmal – nicht nur die gerade sichtbare Unterkladde. Du musst also nicht in jeder Unterkladde einzeln speichern.
Wiedergabe¶
Hier stellst du das grundlegende Abspielverhalten ein. Unter Lautstärke legst du die Startlautstärke und die Maximalwerte getrennt für Lautsprecher und Kopfhörer fest, dazu eine Minimal-Lautstärke, damit sich die Box nie ganz stummschalten lässt. Unter Wiedergabeliste wählst du den Sortiermodus und die maximale Rekursionstiefe.
Ein Wort zur Positionsspeicherung vorab, weil mehrere der Optionen daran hängen: ESPuino merkt sich die zuletzt gehörte Stelle nur im Hörbuch-Modus, und standardmäßig nur an den natürlichen Punkten – beim Pausieren und beim Titelwechsel. Die beiden folgenden „…merken"-Optionen erweitern das um zusätzliche Speicherzeitpunkte.
Der Bereich Optionen ist eine Sammlung von Verhaltensschaltern – zu jedem gibt es zusätzlich einen Hilfetext am Fragezeichen:
| Option | Wirkung |
|---|---|
| Position beim Ausschalten merken | Sichert die Hörbuch-Position zusätzlich beim Ausschalten. |
| Position bei Kartenwechsel merken | Sichert die Position zusätzlich beim Wechsel auf eine andere Karte. |
| Letzte Karte nach Neustart abspielen | Setzt nach einem Neustart automatisch die zuletzt gespielte Karte fort. |
| Pause bei entfernter Karte | Pausiert, wenn die Karte vom Leser genommen wird (RC522 und PN5180 – siehe Warnung unten). |
| Gleiche Karte nicht erneut akzeptieren | Ignoriert erneutes Auflegen derselben Karte; optional Pause↔Play statt Neustart. |
| Pause bei minimaler Lautstärke | Pausiert, sobald die Lautstärke das Minimum erreicht. |
| Letzte Lautstärke wiederherstellen | Stellt nach einem Neustart die zuletzt genutzte Lautstärke wieder her. |
| Mono-Wiedergabe | Für Aufbauten mit nur einem Lautsprecher. |
| Feinere Abstufungen bei niedriger Lautstärke | Schaltet auf logarithmische Lautstärkeberechnung um – hilft, wenn dir die Stufen im unteren Lautstärkebereich zu grob sind. |
Zusätzlich gibt es die Option „Wiedergabeposition langer Hörbücher automatisch speichern alle n Sekunden", mit der ESPuino die Position im Hörbuch-Modus zyklisch sichert – gedacht für lange Kapitel (Dateien ab 5 Minuten), damit ein plötzlicher Stromausfall nicht den Fortschritt einer ganzen Stunde kostet. Standardmäßig ist die Option aus; empfohlen werden 30–60 Sekunden.
Zyklisches Speichern belastet den Flash-Speicher
Jedes Speichern schreibt in den Flash-Speicher, und der nutzt sich mit jedem Schreibvorgang ein kleines Stück ab. Wähle das Intervall deshalb nicht unnötig kurz und setze die Funktion nur dort ein, wo sie wirklich lohnt (lange Hörbücher). Bei kurzen Titeln, die ohnehin an jeder Titelgrenze speichern, bringt sie nichts.
Die Option „Pause bei entfernter Karte" kann Ärger machen
Sie ist beliebt (Karte liegt auf, Abnehmen pausiert), aber heikel: Wird die Karte zwischendurch kurz nicht erkannt, pausiert die Wiedergabe ungewollt – einer der häufigsten Gründe für sporadische Aussetzer. Läuft es bei dir unzuverlässig, verkleinere den Abstand Karte↔Leser, erhöhe – falls du einen PN5180 nutzt – dessen Debounce, oder schalte die Option ab. (Die Option selbst funktioniert mit RC522 und PN5180; nur die Debounce-Einstellung ist dem PN5180 vorbehalten.)
RFID-Reader¶
In dieser Unterkladde geht es um den Kartenleser:
| Einstellung | Bedeutung |
|---|---|
| PN5180 LPCD | Aufwecken aus dem Deep-Sleep durch Kartenauflegen. Nur mit PN5180 und passend gesetzten Lötbrücken – bei der Complete musst du dafür die Lötbrücken JP1/JP8 anpassen (Kapitel 5); bei MFRC522 ist die Option ausgegraut. Einschränkungen: Kapitel 12. |
| Reader-Typ | Auto-detect (Standard), MFRC522 (SPI oder I²C) oder PN5180. |
| MFRC522 Gain | Empfindlichkeit des MFRC522 (0–7, Standard 7). |
| MFRC522 Scan-Intervall | Zeit zwischen zwei Abfragen des MFRC522 in Millisekunden (Standard 100 ms). |
| PN5180 Debounce | Wie lange eine Karte ununterbrochen nicht erkannt sein muss, bevor sie als entfernt gilt (Standard 500 ms). |
| ICODE-SLIX2 Privacy-Passwort | Vier-Byte-Passwort (nur Hexadezimalwerte 00–FF) zum Deaktivieren des Privacy-Modus geschützter ICODE-SLIX2-Tags. |
Neustart nötig
Änderungen in dieser Unterkladde greifen erst nach einem Neustart.
Drehencoder & Taster¶
Hier legst du fest, was die Bedienelemente tun. Wichtig zu verstehen: Alles, was du hier einstellst, landet im internen Speicher (NVS) und überschreibt die in der Firmware hinterlegte Standardbelegung – du kannst die komplette Belegung also anpassen, ohne die Firmware neu zu bauen.
Für den Drehregler selbst gibt es die Drehrichtung umkehren, falls bei dir Rechtsdrehen leiser
statt lauter macht – dazu weiter unten die Sprungweiten fürs Spulen. Darunter ordnest du in einer Tabelle jedem der sechs
Taster (Btn0–Btn5) je eine Aktion für kurzen und langen Druck zu; -- bedeutet „keine Aktion".
Zusätzlich lassen sich Aktionen auf gleichzeitig gedrückte Tasterpaare legen (alle 15
Kombinationen von 0+1 bis 4+5, jeweils eine Aktion) – praktisch für selten gebrauchte Funktionen wie
Neustart oder FTP-Start, ohne dafür einen eigenen Taster zu opfern.
Weniger ist oft mehr
Technisch kannst du hier eine Menge belegen – aber ein Dutzend Kombinationen wird sich kaum jemand merken. Beschränke dich lieber auf ein, zwei wirklich sinnvolle. Bedenke außerdem: Gerade Kinder drücken schon mal munter auf allen Tasten gleichzeitig herum und lösen dabei Aktionen aus, mit denen du nicht rechnest – oder die du längst wieder vergessen hast. Eine übersichtliche Belegung erspart dir hinterher das Rätselraten.
Aussperr-Falle: „WLAN deaktivieren" auf einer Taste
Eine der wählbaren Aktionen schaltet das WLAN ab. Legst du sie auf eine Taste oder Tastenkombination und löst sie (womöglich versehentlich) aus, sperrst du dich damit aus dem Webinterface aus – ohne WLAN keine Weboberfläche, und ohne Weboberfläche auch kein Weg mehr, das WLAN wieder einzuschalten. Der einzige Ausweg ist dann, den Flash zu löschen; dabei wird das NVS überschrieben, und alle Einstellungen sind weg. Genau deshalb ist die WLAN-Umschalt-Kombination ab Werk deaktiviert. Willst du WLAN überhaupt umschaltbar haben, leg das lieber auf eine Modifikationskarte – die solltest du dann allerdings nicht verlegen. 😄
Die zur Auswahl stehenden Aktionen entsprechen im Wesentlichen dem Modifikationskarten-Katalog, plus einiger Aktionen, die nur als Taster Sinn ergeben: Lauter/Leiser/Initiale Lautstärke, Batteriespannung anzeigen, Stop und Neustart, Schlafen nach fünf Titeln sowie eine Debug-Anzeige der Taskauslastung. Die Standardbelegung, mit der ESPuino ausgeliefert wird, findest du in Kapitel 9 → Tasten.
Sprungweiten beim Spulen¶
Wie weit ESPuino beim Spulen springt, hängt davon ab, womit du spulst – deshalb gibt es dafür zwei getrennte Blöcke auf dieser Seite.
Spulen mit den Tasten betrifft die Taster, denen du die Aktion „Vorspulen" oder „Zurückspulen" zugewiesen hast. Hier legst du fest, um wie viele Sekunden ein einzelner Tastendruck springt (1–120, Standard 30).
Spulen mit dem Drehimpulsgeber betrifft die „Taste halten + drehen"-Geste. Dafür gibt es zwei Varianten, die sich gegenseitig ausschließen – welche greift, entscheidest du in der Dreh-Aktions-Tabelle weiter oben, indem du der Geste entweder „Positionsvorschau" oder „Vorspulen"/„Zurückspulen" zuweist:
| Variante | Einstellungen | Standard |
|---|---|---|
| Positionsvorschau (die komfortablere) | Verzögerung bis zur Übernahme – wie lange ESPuino nach der letzten Drehung wartet, bevor er springt. Anzahl Rasterungen für 0 bis 100 % – wie viele Rasterungen einmal über den ganzen Titel führen. |
2000 ms 40 |
| Direktes Spulen (ab Werk aktiv) | Sprungweite pro Rastung – um wie viele Sekunden jede einzelne Rasterung sofort springt. | 10 s (1–60) |
Wie sich die beiden Varianten im Betrieb unterscheiden, steht in Kapitel 9. Alle Werte wirken sofort nach dem Speichern, ein Neustart ist dafür nicht nötig.
LED¶
Hier stellst du die Neopixel ein. Die Helligkeit lässt sich getrennt für den Normalbetrieb, den Nachtmodus und das Ambient-Light festlegen. Unter LED-Einstellungen kommen die Details dazu:
| Einstellung | Bedeutung |
|---|---|
| Anzahl Anzeige-LEDs | Wie viele LEDs Status und Fortschritt anzeigen. |
| Anzahl Kontroll-LEDs | Zusätzliche LEDs, jede mit frei wählbarer Farbe. |
| Punkte im Leerlauf | Anzahl der Punkte in der Leerlauf-Animation. |
| Fortschritts-Farbverlauf | Farbton für Beginn und Ende der Fortschrittsanzeige. |
| Atmolight | Farbton und Sättigung des Ambient-Lights. |
| Dimmbare Zwischenstufen | Feinheit der Helligkeitsabstufung. |
| Start-LED-Offset | Ab welcher physischen LED die Anzeige beginnt (siehe Tipp). |
| Pause-Zentrierung | Zentriert die Pause-Anzeige. |
| Laufrichtung | Kehrt die Drehrichtung der Effekte um. |
Das erste Pixel positionieren
Sitzt der Ring im Gehäuse „verdreht", legst du mit dem Start-LED-Offset fest, an welcher physischen LED die Anzeige beginnt – so richtest du den Nullpunkt des Rings an deiner Einbaulage aus, ohne umzulöten (Forum #4670).
Eine geänderte LED-Anzahl übernimmt ESPuino übrigens per automatischem Neustart.
Energie¶
Unter Deep Sleep legst du fest, nach wie vielen Minuten Inaktivität sich ESPuino schlafen legt. Ist die Batteriemessung aktiv, kommen unter Batterie diese Werte hinzu:
| Einstellung | Bedeutung |
|---|---|
| Warnspannung | Ab dieser Spannung warnt der Neopixel vor niedrigem Akku. |
| Spannung für 0 % / 100 % | Legt die Grenzen der Ladezustands-Anzeige fest (abhängig vom Akkutyp). |
| Kritische Abschaltspannung | Optional: ESPuino schaltet unterhalb automatisch ab. |
| Korrekturwert | Feinkorrektur der gemessenen Spannung (± in Hundertstel-Volt). Weicht die Anzeige von einer Multimeter-Messung ab, trägst du hier die Differenz ein. Details in Kapitel 5 · Feinjustierung. |
| Messintervall | Wie oft die Batteriespannung gemessen wird. |
Tab Updates¶
An dieser Stelle findest du alles rund ums Firmware-Update. Du kannst entweder eine firmware.bin von
Hand hochladen, oder – deutlich bequemer – über Firmware von GitHub laden direkt einen fertigen
Build aus dem Repository holen. Ausführlich ist das in
Kapitel 13 · Firmware aktualisieren beschrieben. Der GitHub-Bereich
erscheint nur bei OTA-fähiger Firmware.
Tab Tools¶
Dieser Tab dreht sich um die gespeicherten RFID-Zuweisungen, die – daran sei erinnert – nicht auf der
SD-Karte liegen, sondern im internen Speicher (NVS). Du kannst dir alle Zuweisungen anzeigen (und
einzelne direkt löschen), sie als backup.txt exportieren und wieder importieren (der Import
ergänzt und überschreibt nur, löscht nie), oder mit dem roten Button alle Zuweisungen löschen (mit
Sicherheitsabfrage). Wie du diese Funktionen zum Sichern und Übertragen nutzt, steht in
Kapitel 10 → Backup & Restore.
Tab MediaHub¶
Dieser Tab ist reine Verwaltung der Server-Adressen – die eigentliche Kartenzuweisung passiert weiterhin im Tab RFID. Ohne einen laufenden MediaHub-Server bringt diese Seite nichts; was MediaHub ist und wie du den Server aufsetzt, steht in Kapitel 11 · MediaHub.
Unter Mediaserver hinzufügen vergibst du einen frei wählbaren Anzeigenamen (erscheint später
im Auswahl-Dropdown beim Kartenanlernen) sowie die Adresse – Protokoll (http:// oder https://)
per Dropdown, dahinter Host oder IP samt Port, etwa 192.168.1.50:8080. Ein Klick auf
„Mediaserver speichern" trägt den Server in die Liste Registrierte Mediaserver ein. Dort
kannst du ihn über das Icon direkt in seiner eigenen Weboberfläche öffnen oder über das
Mülleimer-Symbol wieder entfernen – bereits angelernte Karten bleiben davon unberührt, sie verweisen
weiterhin auf den bisherigen Server.
Tab Hilfe¶
Der Tab Hilfe verweist auf das Forum und auf die REST-API-Dokumentation (Swagger) – Letzteres für alle, die ESPuino skripten oder in ihre Hausautomatisierung einbinden wollen.













