6 · Das Gehäuse¶
Wohin mit der fertig verdrahteten Platine? Die meisten ESPuinos stecken in einem 3D-gedruckten Gehäuse – wie groß, wie bunt und in welcher Form, entscheidest du selbst. Dieses Kapitel gibt dir einen Startpunkt; mehr als ein Referenzdesign und ein paar Hinweise braucht es dafür nicht.
Lass dich in der Galerie inspirieren
Wie vielfältig ESPuinos aussehen können – von 3D-Druck über Holz bis zu umgebauten Fundstücken – zeigt die Galerie „Zeigt her eure ESPuinos" (#554). Eine schöne Fundgrube für eigene Gehäuse-Ideen.
Das Referenz-Design: die BioBox¶
Als Referenz-Design dient die BioBox 3D, ein 3D-druckbares Gehäuse für Complete oder mini4L. Sie gibt eine gute Vorstellung davon, wie ein fertiger ESPuino aussehen kann: ein Würfel mit rund 12 cm Kantenlänge, vorn ein Wabengitter für den Lautsprecher mit einer Vertiefung für den Neopixelring, oben drei Tasten und der Drehencoder, hinten USB-C und Kopfhörerbuchse, unten eine Revisionsöffnung und eine Akkuhalterung (für 18650-, 26650- oder 32700-Zellen). Die Druckdateien gibt es als STL und als Fusion-360-Datei; empfohlen werden PETG, fünf Wandschichten und 35 % Infill (etwa 17 Stunden Druckzeit auf einem Bambu Lab P1S).
Die BioBox 3D – das Referenz-Design für ein 3D-gedrucktes ESPuino-Gehäuse.
Es muss kein 3D-Druck sein: Holz & Co¶
3D-Druck ist der verbreitetste, aber längst nicht der einzige Weg. Manche nehmen ein fertiges Holzgehäuse (etwa eine Holzbox aus dem Bastelbedarf) und arbeiten die nötigen Aussparungen selbst hinein; andere bauen ihr Gehäuse komplett aus Holz. Ein schönes Beispiel ist die BioBox v2 (#1654) – der hölzerne Vorgänger der heutigen BioBox 3D.
Woran du beim Gehäuse denken solltest¶
Egal ob BioBox oder Eigenentwurf – ein paar Aussparungen, Zugänge und freie Flächen sollte jedes Gehäuse vorsehen:
- RFID-Reader – der braucht als Einziger keine Öffnung, sondern eine freie Fläche: Er liest durch die Gehäusewand hindurch. Sieh also einen Bereich vor, hinter dem der Reader sitzt und auf den die Karte gelegt wird – ohne Metall dazwischen und mit einer nicht allzu dicken Wand.
- Lautsprecher – ein Gitter oder Löcher vor der Membran, damit nichts eingedrückt werden kann.
- Neopixel – eine Öffnung oder ein lichtdurchlässiges Fenster für den Ring. Die nackten LEDs sind für sich genommen kein besonders schöner Anblick; ein Diffusorring kaschiert sie und lässt das Licht zugleich weicher und gleichmäßiger wirken.
- Tasten und Drehencoder – Durchbrüche an den passenden Stellen.
- USB-C – zum Laden und Flashen gut erreichbar. Bewährt haben sich hier magnetische USB-Stecker: Der kleine Adapter bleibt dauerhaft in der Buchse, die Leitung hält magnetisch von außen. Vor allem kann so nichts unbeabsichtigt abgerissen werden – stolpert jemand über die Leitung oder zieht daran, löst sich einfach die Magnetverbindung, statt Buchse oder Platine zu beschädigen. Nebenbei trifft man damit die Gehäuseöffnung leichter.
- Kopfhörerbuchse – falls du die Kopfhörerplatine verbaust. Anders als bei USB kannst du hier nicht mit einem dauerhaft steckenden Adapter oder einer Verlängerungsleitung arbeiten: Sobald ein Klinkenstecker in der Buchse sitzt, erkennt ESPuino das als „Kopfhörer angeschlossen" und der Lautsprecher bleibt stumm. Die Buchse selbst muss also von außen erreichbar sein. Damit die kleine Platine im Gehäuse nicht lose herumliegt, gibt es einen 3D-druckbaren Träger dafür: Träger für die Kopfhörerplatine (#3792).
- SD-Karte – der Slot kann zugänglich bleiben, etwa über eine Revisionsöffnung, damit du die Karte zum Bespielen herausnehmen kannst. Nötig ist das aber nicht: Inhalte lassen sich genauso gut über WLAN aufspielen (Kapitel 10). Bedenke auch die Kehrseite – was zugänglich ist, erreichen ebenso Kinderhände, und SD-Karten sind empfindlich.
- Akku – eine Halterung passend zu deiner Zellengröße.
Kein 3D-Drucker?¶
Kein Drucker im Haus? Kein Problem: Du kannst die Druckdateien bei einem Druckservice in Auftrag geben oder jemanden aus der Community fragen – im Forum findet sich oft jemand, der gerne aushilft.