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10 · Inhalte verwalten

Ein ESPuino ist nur so gut wie das, was auf seiner SD-Karte liegt. Dieses Kapitel dreht sich deshalb darum, wie du deine Hörspiele, Hörbücher und Musik auf das Gerät bekommst und – mindestens genauso wichtig – wie du sie so organisierst, dass die Abspielmodi später genau das tun, was du erwartest. Ein bisschen Ordnung am Anfang erspart dir später viel Sucherei.

Welche Formate und Quellen funktionieren

ESPuino spielt die gängigen Audioformate direkt von der SD-Karte ab. Konkret sind das MP3, AAC (also .m4a), FLAC, OPUS, OGG/Vorbis und WAV. Für die allermeisten Sammlungen ist damit alles abgedeckt; MP3 ist der Klassiker, verlustfreie Formate wie FLAC gehen ebenso.

Neben lokalen Dateien kennt ESPuino noch zwei weitere Quellen. Zum einen Webradio: Hier gibst du statt einer Datei eine Stream-Adresse (http://…) an, und ESPuino spielt den Sender ab, solange er im WLAN ist. Zum anderen lokale .m3u-Listen – einfache Textdateien, die eine Reihe von Titeln auflisten. Praktisch daran: Eine solche Liste darf Dateien von der SD-Karte und Webstreams bunt mischen.

Eine sinnvolle Ordnerstruktur

Der wichtigste Gedanke bei der Ablage: Die meisten Abspielmodi arbeiten ordnerweise. Ein Ordner ist also die natürliche Einheit für ein Hörbuch, ein Hörspiel oder ein Album. Es lohnt sich deshalb, gleich von Anfang an sauber pro Titel bzw. pro Werk einen eigenen Ordner anzulegen. Eine bewährte Struktur sieht zum Beispiel so aus:

/Hörspiele/
  Die drei ???/
    Folge 001/
      01 - Kapitel 1.mp3
      02 - Kapitel 2.mp3
    Folge 002/
  Bibi Blocksberg/
/Musik/
  Lieblingslieder/

Warum diese Sorgfalt? Weil die Ordnerstruktur direkt bestimmt, was eine Karte abspielen kann. Im Hörbuch-Modus ist der Ordner die Einheit, für die sich ESPuino die zuletzt gehörte Position merkt. Die rekursiven Modi beziehen zusätzlich alle Unterordner mit ein – ideal für verschachtelte Sammlungen. Und es gibt sogar Modi, die einen zufälligen Unterordner auswählen, sodass eine einzige Karte für „irgendein Hörspiel aus der Sammlung" stehen kann.

Dateinamen mit führender Nummer

ESPuino sortiert natürlich – das heißt, 1, 2, 10 landen in genau dieser Reihenfolge und nicht als 1, 10, 2. Nummerierst du deine Titel am Anfang des Dateinamens (01 - …, 02 - …), stimmt die Reihenfolge zuverlässig. Den Sortiermodus selbst kannst du im Webinterface anpassen (Tab Allgemein → Wiedergabe).

Wie ESPuino sich bei Hörbüchern die Position merkt

Der Hörbuch-Modus ist der Grund, warum viele überhaupt zu ESPuino greifen, deshalb ein eigener Absatz dazu. In diesem Modus speichert ESPuino die zuletzt gehörte Stelle, sodass beim nächsten Auflegen der Karte genau dort weitergeht, wo zuletzt Schluss war. Gespeichert wird an den sinnvollen Momenten – beim Wechsel des Titels, beim Pausieren, am Ende eines Titels oder der Playlist.

Zwei Fälle sind standardmäßig abgeschaltet, lassen sich aber im Webinterface einschalten: das Speichern beim Wechsel auf eine andere Karte und das Speichern beim Ausschalten. Und für sehr lange Kapitel gibt es zusätzlich einen optionalen Checkpoint, der die Position in Abständen sichert – als Schutz davor, bei einem plötzlichen Stromausfall den Fortschritt einer ganzen Stunde zu verlieren. Wo du diese Optionen findest und einstellst, steht im Kapitel 8 → Tab Allgemein · Wiedergabe.

Cover und Metadaten

Bringt ein Titel (oder ein Webstream) ein eingebettetes Cover mit, zeigt das Webinterface es im Tab Steuerung an. Für die Wiedergabe selbst spielt das keine Rolle – es ist reine Kosmetik auf dem Bildschirm.

Wenn Coverart Ärger macht

Ausgerechnet eingebettetes Coverart ist gelegentlich die Ursache, wenn eine einzelne MP3 nicht sauber spielt oder stottert. Falls dir so eine Datei begegnet, hilft meist ein sauberes Neu-Kodieren ohne Cover – wie das mit ffmpeg geht, steht in Kapitel 15 → MP3.

Webradio

Einen Radiosender richtest du ein, indem du einer Karte den Modus 📻 Webradio zuweist und die Stream-Adresse einträgst (das Feld ist praktischerweise schon mit http:// vorbelegt). Möchtest du mehrere Sender oder eine gemischte Liste auf einer Karte bündeln, nimmst du dafür eine .m3u-Datei.

Bevorzuge nach Möglichkeit http:// gegenüber https:// – HTTPS kostet auf dem ESP32 deutlich mehr Arbeitsspeicher.

HTTPS-Stream? Erst http probieren

Hast du nur eine https://-Adresse, probiere einfach, ob derselbe Sender auch über http:// läuft – das schont den Arbeitsspeicher und funktioniert in der Praxis oft.

Backup & Restore: deine Kartenzuordnungen sichern

Ein Punkt, den man leicht übersieht, bis es zu spät ist: Die Zuordnungen zwischen Karten und Inhalten liegen nicht auf der SD-Karte, sondern im internen Speicher (NVS) des ESP32. Geht die Platine einmal kaputt, wäre diese oft mühsam aufgebaute Zuordnungsliste verloren – wenn du sie nicht gesichert hast.

Zum Glück nimmt ESPuino dir das weitgehend ab. Im Hauptverzeichnis der SD-Karte hält er automatisch eine Datei backup.txt aktuell und schreibt sie bei jeder neuen Zuweisung fort (der Dateiname lässt sich über backupFile in der settings.h ändern). Über den Tab Tools kannst du diese Zuordnungen außerdem jederzeit von Hand exportieren und wieder importieren. Der Import ist dabei bewusst gutmütig: Er ergänzt und überschreibt nur, löscht aber nie – du kannst ein Backup also gefahrlos einspielen und sogar von einem ESPuino auf einen anderen übertragen.

Einen exakt definierten Stand herstellen

Sollen am Ende genau die Einträge aus deinem Backup vorhanden sein und sonst keine, gehst du in zwei Schritten vor: erst im Tab Tools alle Zuweisungen löschen, dann das Backup importieren. Andere Einstellungen bleiben davon unberührt. Hintergrund: Forum #508.

Der wichtigste Rat zum Schluss: Exportiere hin und wieder ein Backup und bewahre es außerhalb der SD-Karte auf – dann bist du auch dann abgesichert, wenn die Karte selbst einmal den Geist aufgibt.